{"id":5861,"date":"2021-09-14T17:45:00","date_gmt":"2021-09-14T15:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/?post_type=press&#038;p=5861"},"modified":"2021-12-02T09:39:27","modified_gmt":"2021-12-02T08:39:27","slug":"es-wird-ebenso-wichtig-sein-die-grown-ups-zu-halten","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/press-detail\/es-wird-ebenso-wichtig-sein-die-grown-ups-zu-halten\/","title":{"rendered":"\u201eEs wird ebenso wichtig sein, die Grown-ups zu halten\u201c"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <h4><a href=\"https:\/\/www.goingpublic.de\/life-sciences\/es-wird-ebenso-wichtig-sein-die-grown-ups-zu-halten\/\">zum artikel von goingpublic<\/a><\/h4>\n<h5>Die Plattform Life Sciences lud ein zum Roundtable \u201eBiotechnologie 2021\u201c in die Life Science Factory nach G\u00f6ttingen<\/h5>\n<p>Im Jahr 2018 gr\u00fcndete der G\u00f6ttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius in der altehrw\u00fcrdigen Universit\u00e4tsstadt die Life Science Factory. Damit sollen Firmenneugr\u00fcndungen gef\u00f6rdert und Gr\u00fcnder aus den Lebenswissenschaften unterst\u00fctzt werden.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.goingpublic.de\/aktuelles-epaper-lifesciences\/\">In den R\u00e4umen der Life Science Factory trafen sich Vertreter der Branche zum allj\u00e4hrlichen Biotechnologie-Roundtable der Plattform Life Sciences<\/a>. Zentrale Frage in diesem Jahr: Was braucht es, um ein erfolgreiches Life-Sciences-\u00d6kosystem zu installieren?<\/p>\n<p>Ein Roundtable mit Dr. Alexander Wiegelmann,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kws.com\/de\/de\/\">KWS<\/a>, Dr. Merle Fuchs,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.startbase.de\/organization\/pramomolecular\/\">Pramo Molecular<\/a>, Melanie Albrecht,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nbank.de\/\">NBank<\/a>, Barbara Diehl,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.sprind.org\/de\/\">Bundesagentur f\u00fcr Sprunginnovationen<\/a>, Magdalena Kempa,&nbsp;<a href=\"https:\/\/blueribbon.de\/\">Blue Ribbon Partners<\/a>, Dr. Jens Gruber,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.sartorius.com\/en\/company-de\/newsroom-de\/corporate-news-de\/613298-613298\">Curexsys<\/a>, Irina Reimer,&nbsp;<a href=\"https:\/\/lifescience-factory.com\/de\/\">Life Science Factory G\u00f6ttingen<\/a>, Prof. Dr. Wolfgang Br\u00fcck,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umg.eu\/\">Universit\u00e4tsmedizin G\u00f6ttingen<\/a>&nbsp;sowie Dr. Angelika Vlachou,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.htgf.de\/de\/\">High-Tech Gr\u00fcnderfonds Management<\/a>, und Svenja Hodel,&nbsp;<a href=\"https:\/\/lifescience-factory.com\/de\/\">Life Science Factory G\u00f6ttingen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Plattform Life Sciences: Betrachten wir zu Beginn das Start-up-\u00d6kosystem \u201eG\u00f6ttingen\u201c. Was hat hier bisher gefehlt und was braucht es noch, um den Life-Sciences-Standort entscheidend voranzubringen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Eine Einrichtung wie die Life Science Factory bietet uns beispielsweise die M\u00f6glichkeit, wichtige wissenschaftliche Experimente durchf\u00fchren, ohne dass wir daf\u00fcr eine eigene aufwendige und kostspielige Ausr\u00fcstung anschaffen m\u00fcssen. Dies ist existenziell wichtig f\u00fcr eine Unternehmensgr\u00fcndung. Daher betrachte ich die Life Science Factory auch als eine gro\u00dfartige Initiative. Doch der wichtigste Schritt kommt erst danach: Wie k\u00f6nnen wir eine Good Manufacturing Practice garantieren? Woher bekommen wir dauerhaft nutzbare Laborfl\u00e4chen? Wie steht es mit Expansionsfl\u00e4chen? Zwei Jahre in der Life Science Factory sind eine gute Option \u2013 doch was kommt danach?<\/p>\n<p><strong>Andererseits ist die Expansion der zweite Schritt. Am Anfang steht doch die Notwendigkeit eines Gr\u00fcnderzentrums.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Absolut! Wir ben\u00f6tigen zun\u00e4chst eine moderne Infrastruktur, die man gemeinsam nutzen kann. Selten braucht man gleich zu Beginn eigene Ger\u00e4te. Im zweiten Schritt geht es mir auch gar nicht so sehr um die klassische Expansion, sondern vielmehr um die Best\u00e4tigung des Gesch\u00e4ftsmodells. Als Unternehmen muss ich nicht unendlich wachsen. Einen Gro\u00dfteil der Arbeit kann man outsourcen. Trotzdem braucht es einen eigenen Bereich, in dem ich unabh\u00e4ngig agieren kann, auch innerhalb G\u00f6ttingens.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-69-2-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Wie haben sich Gr\u00fcnder in G\u00f6ttingen bislang verhalten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Generell gibt es in G\u00f6ttingen viele Anlaufstellen f\u00fcr Gr\u00fcnder. Diese scheinbar ungeb\u00fcndelte Masse von Anlaufstellen kann potenzielle Gr\u00fcnder jedoch verwirren. Ein zweites Hindernis besteht meiner Ansicht nach in der verbreiteten Annahme, dass Forscher automatisch auch Gr\u00fcnder sein m\u00fcssen. F\u00fcr beide Eigenschaften braucht es jedoch einen unterschiedlichen Mindset. Der Standort G\u00f6ttingen ist bekannt f\u00fcr seine Wissenschaft. Im universit\u00e4ren System werden Publikationen und Drittmittelprojekte honoriert \u2013 es wird aber niemand honoriert, der ein Patent anmeldet oder eine Firma ausgr\u00fcndet. Hier brauchen wir eine andere Sichtweise. Und schlie\u00dflich h\u00e4ngt es auch immer mit den handelnden Personen selbst zusammen, wann welche Initiative erfolgreich vorangetrieben wird oder nicht. Wir fragen uns: Welche Strukturen m\u00fcssen wir schaffen, es den Wissenschaftlern zu erleichtern, in die Gr\u00fcndung zu gehen und Ideen auch in Richtung Produkt und Vermarktung zu setzen? Hier m\u00fcssen wir die entsprechende Infrastruktur schaffen, und da ist die Life Science Factory ein wichtiger Baustein. Zudem wollen die Universit\u00e4tsmedizin G\u00f6ttingen, die Medizinische Hochschule Hannover und das Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung in Braunschweig hier k\u00fcnftig enger zusammenarbeiten. Dazu wollen diese drei Institutionen ein Institut f\u00fcr Biomedical Innovations gr\u00fcnden, das durch die Landesregierung, und hier ist das MWK f\u00fchrend, signifikant finanziell unterst\u00fctzt wird. Hier sollen entsprechende Strukturen, etwa von Accelatoren und Inkubatoren, geschaffen werden. Der Aufbau des Life Science Valley ist der n\u00e4chste Schritt. Damit wird eine zentrale Anlaufstelle f\u00fcr Life-Sciences-Gr\u00fcndungen in G\u00f6ttingen geschaffen. Dazu geh\u00f6rt auch ein Screening der einzelnen Arbeitsgruppen in der medizinischen Fakult\u00e4t, um potenzielle Gr\u00fcndungsprojekte zu identifizieren.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-56-1-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Wie ist das als Gr\u00fcnder, wenn einerseits zahlreiche Anlaufstellen f\u00fcr Gr\u00fcndungsprojekte existieren, andererseits aber der \u00dcberblick fehlt? Wo bekommt ein Gr\u00fcnder tats\u00e4chlich die passende Unterst\u00fctzung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: F\u00fcr uns als Biopharma-Start-up ist Geschwindigkeit das A und O. Geld ist extrem knapp. Das hei\u00dft, wir ben\u00f6tigen eine gezielte Unterst\u00fctzung von den richtigen Leuten, die uns Gr\u00fcndern quasi den roten Teppich ausrollen. Dazu brauchen wir nicht nur die richtigen Kontakte, sondern auch eine fertige Laborinfrastruktur. Wir haben keine sechs Monate Zeit, ein eigenes Labor aufzubauen. Wir sind gezwungen, f\u00fcnf Jahre im Voraus zu planen. Bei der Standortsuche schauen wir nicht nur auf die aktuelle Infrastruktur, sondern auch darauf, wie sie in zwei oder f\u00fcnf Jahren aussehen wird. Da spielen auch die regionalen, professionellen Netzwerke eine wichtige Rolle. Pramo Molecular ist in der Onkologie aktiv. Da gibt es f\u00fcr uns mit Heidelberg und vor allem mit M\u00fcnchen zwei sehr attraktive Standorte, neben G\u00f6ttingen. G\u00f6ttingen bietet uns, Stand heute, einen guten Inkubator. Aber wenn die Entwicklung hier am Standort nicht weitergeht, dann werden wir quasi ausgebr\u00fctet und m\u00fcssen dann dorthin gehen, wo die Branchen- und Investorennetzwerke deutlich ausgepr\u00e4gter sind.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-40-1-Kopie-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Es spielen also zahlreiche Faktoren eine Rolle. G\u00f6ttingen ist zwar ein wichtiger Wissenschaftsstandort, als Gr\u00fcnderzentrum aber noch nicht als Nabel der Welt bekannt. Wie baut man da ein Konzept, welches auch die weiteren Zwiebelringe au\u00dferhalb des klassischen Gr\u00fcnderzentrums umfasst?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kempa<\/strong>: Zu Beginn haben wir vergleichende Analysen erstellt, etwa mit Gr\u00fcnderzentren in den USA, und die Frage behandelt: Was braucht ein Life-Sciences-\u00d6kosystem, um wirklich erfolgreich zu sein? Da ist zun\u00e4chst die exzellente Wissenschaft, nach der auch Investoren fragen. Weiterhin braucht es Zugang zu Kapital, eine n\u00f6tige Infrastruktur und ein Team, welches den Gr\u00fcndungsgedanken wirklich vorantreibt. Gemeint sind damit entweder Forscher, die wirklich bereit sind, in die Gr\u00fcndung zu gehen, oder Seriengr\u00fcnder, die bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt haben. Klar ist: Eine Gr\u00fcndung ist ein Vollzeitjob. Es braucht aber nicht nur den Entrepreneur-Mindset, sondern auch die M\u00f6glichkeit zur fr\u00fchzeitigen Verpartnerung. Gerade im Life-Sciences-&shy;Bereich mit seinen komplexen Technologien hat sich gezeigt, dass die Chancen auf einen h\u00f6heren Exit oder eine erfolgreiche Akquisition doppelt so hoch sind, wenn sich Start-ups fr\u00fchzeitig verpartnern, sei es mit Investoren, strategischen Partnern aus Biotech oder Pharma oder im Rahmen von Lizenzdeals. Und schlie\u00dflich, bei aller Standortdebatte: Biotech ist immer international. Diese Frage bestimmt das Denken und Handeln vom ersten Tag an: Wo sind meine M\u00e4rkte? Wer sind meine Konkurrenten? Wo bekomme ich Kapital? Wo bekomme ich das beste Team? Wer hilft mir, einen Lizenzvertrag aufzusetzen? Zusammengefasst also: Wo sind die besten Experten, die mir bei all diesen Fragen helfen k\u00f6nnen? Ein gutes Gr\u00fcnderzentrum muss allen Bed\u00fcrfnissen der Gr\u00fcnder gerecht werden, es muss schnell gehen, die Experten m\u00fcssen vorhanden sein und es muss von Beginn an international gedacht und gehandelt werden.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-28.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Gruber<\/strong>: Man br\u00e4uchte im Endeffekt auch einen Hub f\u00fcr Rechtsberatung, f\u00fcr Business Development oder f\u00fcr Buchhaltung und Steuerrecht.<\/p>\n<p><strong>Frau Diehl, ist das eine typisch deutsche Diskussion, dass Entrepreneure besser auch in jenen Fragen ausgebildet sein m\u00fcssten, die nichts mit der reinen Wissenschaft zu tun haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: Die Business School in Oxford existiert seit 1996. Damals gab es durchaus Diskussionen \u00fcber die Notwendigkeit von Ausgr\u00fcndungen aus der Wissenschaft. Es gab Forscher, die nie im Leben daran gedacht h\u00e4tten, ein eigenes Unternehmen zu gr\u00fcnden, und solche, die sich mit dieser Idee durchaus anfreunden konnten. Vonseiten der Universit\u00e4t gab es in dieser Hinsicht wenig Initiative. Gleichzeitig wurde eine Business School aber akzeptiert, weil sie durch externe Geldgeber ma\u00dfgeblich finanziert wurde. Letztlich haben wir mit den Leuten gearbeitet, die den Weg zu uns gefunden haben. Pers\u00f6nlich finde ich es aber schwierig, zu sagen: \u201eDer kann gr\u00fcnden und der nicht.\u201c Gr\u00fcnden ist eine Reise, man lernt es einfach. Mag sein, dass manche Menschen von vornherein in einem unternehmerischen Umfeld aufwachsen, aber letztlich muss man es ausprobieren. Man kann Fehler machen, wieder aufstehen und weitergehen. Dieser Gedanke ist allerdings l\u00e4ngst nicht in alle Bereiche der Wissenschaft vorgedrungen. Beispielsweise wurden 2019 aus der gesamten Helmholtz-Gesellschaft gerade einmal sieben Gr\u00fcndungsvorhaben f\u00fcr das interne Programm \u201eHelmholtz Enterprise\u201c eingereicht \u2013 und das f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte au\u00dferuniversit\u00e4re Wissenschaftseinrichtung in Deutschland. Woran liegt das? Aus meiner Sicht stellen viele Gr\u00fcndungsf\u00f6rderungsinitiativen sehr hohe Anforderungen an potenzielle Gr\u00fcnder, die zu Beginn der Reise einfach noch eine zu hohe pers\u00f6nliche und professionelle H\u00fcrde darstellen. Stattdessen sollte man daf\u00fcr sorgen, dass gr\u00fcndungswillige Wissenschaftler mehr M\u00f6glichkeiten haben, mit dem Thema Gr\u00fcndung zu experimentieren und damit warm zu werden.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-3-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>W\u00e4re es aus der Sicht des High-Tech Gr\u00fcnderfonds nicht auch besser, man lie\u00dfe die Gr\u00fcnder sich nur um ihre Innovationen k\u00fcmmern und die ganzen administrativen Aufgaben von einer zentralen Stelle miterledigen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vlachou<\/strong>: Es gibt bei uns zwar keine zentrale Stelle, die etwa Buchhaltung oder andere Dienstleistungen f\u00fcr Neugr\u00fcndungen organisiert. Doch insbesondere Teams in der Gr\u00fcndungs- oder Vorgr\u00fcndungsphase k\u00f6nnen wir \u00fcblicherweise Experten zur Seite stellen, die solche Themen \u00fcbernehmen. Das funktioniert sehr gut. Und die Unternehmen k\u00f6nnen sich auf das konzentrieren, was sie wirklich k\u00f6nnen, n\u00e4mlich ihre Innovation weiter ausbauen, damit daraus irgendwann eine medizinische Anwendung oder ein Produkt werden kann. Dann wird die Buchhaltung eben von einer externen Stelle \u00fcbernommen, die gleichzeitig auch die Buchhaltung f\u00fcr 20 weitere Unternehmen erledigt. Solche externen Supporter m\u00fcssen auch nicht am selben Ort sitzen. Es gibt Spezialisten, Buchhalter oder Steuerberater, die wissen, was ein Lizenzvertrag ist, und die den Unterschied zwischen Herstellungs- und Forschungskosten kennen. An dieser Stelle ist es wichtig, dass sich junge Unternehmen an ihre (Seed-)Investoren wenden und sich erkundigen, wo und wie sie Unterst\u00fctzung in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-81-1-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Braucht man eine Life Science Factory also, um eine Anlaufstelle f\u00fcr solche Problematiken zu installieren? Vor allem: Braucht es solche Experten direkt in einem Gr\u00fcndungszentrum?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Solche Experten braucht es nicht direkt in einer Life Science Factory. Sie m\u00fcssen in der Tat nicht am selben Ort sein. Wichtig f\u00fcr uns ist, dass wir kein Geld und keine Zeit investieren, um uns selbst dieses spezielle Wissen anzueignen. Besser ist, Geld auszugeben, um die besten Leute einzukaufen, die uns diese zus\u00e4tzliche Arbeit abnehmen k\u00f6nnen \u2013 denn f\u00fcr uns in der Branche z\u00e4hlen vor allem Geschwindigkeit und Professionalit\u00e4t. Wir haben gar keine Zeit, uns in diese Lernkurve zu begeben. Und genau diese Denkweise muss die Life Science Factory weitergeben. Der Unternehmer muss darauf bestehen, Zugang zu solchen Dienstleistern zu bekommen, und er muss darauf achten, stets gen\u00fcgend Geld zur Verf\u00fcgung zu haben, um diese Experten auch bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Besteht eine Diskrepanz zwischen dem Wissenschaftler, der weiterforschen will, und der Person, die ein Produkt nach vorne bringen muss?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Ich bin quasi im Max-Planck-Institut sozialisiert worden, dort sieht man die Kommerzialisierung der Biotechnologie zuweilen sehr differenziert. Insofern ist es schwierig, sich unter Wissenschaftlern nach Chancen und Herausforderungen des Unternehmertums zu erkundigen. Man muss h\u00e4ufig schon selbst darauf kommen. Letztlich muss man sich die Expertise, die nichts mit der reinen Technologie zu tun hat, von au\u00dfen hereinholen. Wir haben uns diese Experten organisiert, aber diese sind \u00fcber ganz Deutschland verteilt, und das ist in dieser Form auch gar kein Problem.<\/p>\n<p><strong>Aber wird vor diesem Hintergrund nicht die reine Standortdebatte \u00fcberfl\u00fcssig, weil es gar nicht entscheidend ist, von wo aus man arbeitet?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Nein, denn an einem bestimmten Ort muss die Keimzelle liegen, wo dann auch die Innovation, die wir verkaufen wollen, tats\u00e4chlich passiert. Und dieser Ort muss gut strukturiert sein, so wie G\u00f6ttingen, wo es einen hervorragenden Impuls gibt, aus der Universit\u00e4t und der Wissenschaft.<\/p>\n<p><strong>Herr Br\u00fcck, sp\u00fcren Sie bereits einen regen Zulauf aus den Laboren, weil Sie nun in der Praxis die Ausgr\u00fcndungen aus der Wissenschaft mehr denn je unterst\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Zugegebenerma\u00dfen sind Gr\u00fcndungen aus der Wissenschaft immer noch ein wenig verp\u00f6nt. In Israel herrscht beispielsweise in dieser Hinsicht ein ganz anderes Mindset: Dort ist es sehr angesehen, wenn ein Professor zwei bis drei Unternehmen gegr\u00fcndet hat. Diesen Mindset m\u00fcssen wir auch hier einf\u00fchren, denn ich glaube, wenn man durch die Labore geht, entdeckt man etliche Potenziale. Man muss diese nur herauskitzeln aus den Laboren. Es gibt ja Ideen, Wissenschaftler mit den richtigen Leuten in Kontakt zu bringen, welche die Innovationen und Ausgr\u00fcndungen weiter vorantreiben, um medizinische L\u00f6sungen schnellstm\u00f6glich zum Patienten zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Frau Albrecht, mit der NBank sind Sie in ganz Niedersachsen unterwegs. Wie ist Ihr Eindruck vom Standort G\u00f6ttingen und dar\u00fcber hinaus von der Zusammenarbeit der nieders\u00e4chsischen Standorte untereinander?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albrecht<\/strong>: Mein Eindruck ist, dass hier ein Wandel stattfindet. In der Vergangenheit waren die drei wesentlichen Life-Sciences-Standorte Hannover, Braunschweig und G\u00f6ttingen keine gro\u00dfen Vorreiter in der Zusammenarbeit. Inzwischen gibt es aber Aktionen, die Zusammenarbeit auszuweiten und zu vertiefen. Wie bereits genannt wurde, h\u00e4ngt vieles von einzelnen Personen ab, die nun die Verantwortung \u00fcbernehmen, um Ausgr\u00fcndungen voranzutreiben. Letztlich profitiert ja auch die Life Science Factory von den Initiativen der Landespolitik, die Biotechnologie in der Region Niedersachsen zu f\u00f6rdern. Ich bin zuversichtlich, dass das verst\u00e4rkte Engagement einzelner Firmen vor Ort und die Zusammenarbeit von Entscheidern bewirken werden, dass die Branche in Niedersachsen k\u00fcnftig st\u00e4rker gemeinsam auftreten wird.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-108-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Wie sinnvoll w\u00e4re ein innernieders\u00e4chsischer Standortwettbewerb?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albrecht<\/strong>: Man darf nicht vergessen, dass jeder Standort eigene Schwerpunkte setzt. Von daher stellt sich die Frage: Wie sinnvoll w\u00e4re ein Wettbewerb tats\u00e4chlich? Diese Unterschiede betreffen nicht nur Forschungsschwerpunkte, sondern auch die Infrastruktur. Insofern muss man aus meiner Sicht keinen besonderen Wettbewerb ausrufen. Im Gegenteil, eine gezielte Zusammenarbeit der Akteure ist wesentlich vielversprechender.<\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Ich war in der Vergangenheit stark im mitteldeutschen Raum engagiert und ich kann von Wettbewerben innerhalb eines Bundeslandes nur abraten. Abgesehen von M\u00fcnchen ist in Deutschland kaum ein Life-Sciences-Standort so stark, dass er international allein bestehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Wiegelmann<\/strong>: Ein Wettbewerb kann durchaus sinnvoll sein, aus meiner Sicht fehlt es aber an einem Key Performance Indicator (KPI) f\u00fcr Start-ups. Damit meine ich Leistungskennzahlen, an denen der Erfolg eines Start-ups gemessen werden kann. Welches Start-up konnte sich wo erfolgreich etablieren? Wie haben sie sich entwickelt und welche Qualit\u00e4t haben sie erreicht? Das Ziel an einem Standort in G\u00f6ttingen sollte nicht die Massenproduktion von Start-ups sein, sondern die Produktion von hochqualitativen Start-ups. Es gibt immer noch zu viele prohibitive Faktoren f\u00fcr junge Start-ups, etwa hohe &shy;Kosten im Bereich Techtransfer, die erfolgreiche Ausgr\u00fcndungen verhindern. Ein Unternehmen wie die KWS nimmt Ausgr\u00fcndungen quasi entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette an die Hand, sei es beim Steuerberater, bei der Aushandlung von IP-Lizenzvertr\u00e4gen oder beim Techtransfer. Wenn man diese Wertsch\u00f6pfungskette erfolgreich am Standort etabliert, dann kann man sich auch ohne Bedenken in einem Standortwettbewerb stellen.<\/p>\n<p><strong>Wie sinnvoll w\u00e4re ein innernieders\u00e4chsischer Standortwettbewerb?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albrecht<\/strong>: Man darf nicht vergessen, dass jeder Standort eigene Schwerpunkte setzt. Von daher stellt sich die Frage: Wie sinnvoll w\u00e4re ein Wettbewerb tats\u00e4chlich? Diese Unterschiede betreffen nicht nur Forschungsschwerpunkte, sondern auch die Infrastruktur. Insofern muss man aus meiner Sicht keinen besonderen Wettbewerb ausrufen. Im Gegenteil, eine gezielte Zusammenarbeit der Akteure ist wesentlich vielversprechender.<\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Ich war in der Vergangenheit stark im mitteldeutschen Raum engagiert und ich kann von Wettbewerben innerhalb eines Bundeslandes nur abraten. Abgesehen von M\u00fcnchen ist in Deutschland kaum ein Life-Sciences-Standort so stark, dass er international allein bestehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Wiegelmann<\/strong>: Ein Wettbewerb kann durchaus sinnvoll sein, aus meiner Sicht fehlt es aber an einem Key Performance Indicator (KPI) f\u00fcr Start-ups. Damit meine ich Leistungskennzahlen, an denen der Erfolg eines Start-ups gemessen werden kann. Welches Start-up konnte sich wo erfolgreich etablieren? Wie haben sie sich entwickelt und welche Qualit\u00e4t haben sie erreicht? Das Ziel an einem Standort in G\u00f6ttingen sollte nicht die Massenproduktion von Start-ups sein, sondern die Produktion von hochqualitativen Start-ups. Es gibt immer noch zu viele prohibitive Faktoren f\u00fcr junge Start-ups, etwa hohe &shy;Kosten im Bereich Techtransfer, die erfolgreiche Ausgr\u00fcndungen verhindern. Ein Unternehmen wie die KWS nimmt Ausgr\u00fcndungen quasi entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette an die Hand, sei es beim Steuerberater, bei der Aushandlung von IP-Lizenzvertr\u00e4gen oder beim Techtransfer. Wenn man diese Wertsch\u00f6pfungskette erfolgreich am Standort etabliert, dann kann man sich auch ohne Bedenken in einem Standortwettbewerb stellen.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-109-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Ist nicht die Definition von \u201eErfolg\u201c auch eine H\u00fcrde im Standortwettbewerb? Wenn deutsche Start-ups in die USA verkauft werden, stellt sich dann nicht schlie\u00dflich die Frage nach dem Verbleib deutscher Steuergelder?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vlachou<\/strong>: Das ist das obere Ende des Erfolgs eines Start-ups, wenn es erfolgreich ins Ausland verkauft wird. Erfolg ist aber auch, wenn externes privates Geld f\u00fcr das erfolgreiche Wachstum eines Start-ups angelockt werden kann. Gegenw\u00e4rtig hat der High-Tech Gr\u00fcnderfonds (HTGF) rund 900 Mio. EUR under Management. Die vom HTGF finanzierten Start-ups haben insgesamt mehr als 3 Mrd. EUR von Dritten eingeworben, rund 40% dieser Finanzmittel kommen aus dem Ausland. Jeder Euro an Steuergeld hat also weiteres privates Kapital angelockt \u2013 und dieses Geld wird ausgegeben, nicht zuletzt auch f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze. Nat\u00fcrlich ist die deutsche Biotechszene im Vergleich zu den USA weniger stark entwickelt. Umso wichtiger ist die Verpartnerung der Unternehmen. Selbst eine BioNTech, die sehr gut finanziert war, hat sich f\u00fcr die Entwicklung und Kommerzialisierung ihres Coronaimpfstoffs verpartnert. Wir m\u00fcssen uns nicht vorwerfen lassen, dass deutsche Unternehmen von US-Firmen aufgekauft werden, denn die Messparameter auf dem Weg dahin sind grundverschieden. Viele Gr\u00fcnder, die verkauft haben oder nicht ganz so erfolgreich waren, gr\u00fcnden anschlie\u00dfend wieder neu. Das ist ein Lebenszyklus, den man als erfolgreich bezeichnen kann.<\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: In der Politik besteht immer noch eine vorherrschende Meinung, dass jedes Start-up eine neue \u201eSiemens\u201c wird und Zehntausende von Arbeitspl\u00e4tzen schafft. Der typische Lebenszyklus eines Start-ups ist in den K\u00f6pfen vieler politischer Entscheidungstr\u00e4ger nicht vorhanden. Neun von zehn Start-ups werden nun einmal an bestehende Unternehmen verkauft. Bei der Bundesagentur f\u00fcr Sprunginnovationen ist man h\u00e4ufig mit der Frage konfrontiert: \u201eWie kann man die Wertsch\u00f6pfung in Deutschland behalten?\u201c Wir bewegen uns da gegenw\u00e4rtig in einer schwierigen politischen Gemengelage, wo vieles, was etwa aus China oder den USA kommt, sehr kritisch gesehen wird, sei es Kapital, seien es Technologien, seien es Zuwanderer.<\/p>\n<p><strong>Wie sehr ist es von Vorteil oder Nachteil, wenn man sich als Inkubator oder Standort in die Zusammenarbeit mit einem regionalen Corporate wie Sartorius begibt, die ja f\u00fcr die Einrichtung der G\u00f6ttinger Life Science Factory verantwortlich zeichnet?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Reimer<\/strong>: In unserem Fall erweist sich das auf jeden Fall als Vorteil. Als Institution und mit unserem Team sind wir bei der Life Science Factory vom Programm und den Strukturen her sehr nah an den Bed\u00fcrfnissen unserer Start-ups. Gleichzeitig k\u00f6nnen wir aber bei Bedarf auf die Ressourcen und das Know-how eines Unternehmens wie Sartorius zur\u00fcckgreifen. Letztlich sind wir als Inkubator selbst ein Start-up. Gleichzeitig besitzen wir aber den R\u00fcckhalt eines etablierten Unternehmens und eine langfristige Perspektive. In jedem Fall aber ist die Life Science Factory eigenst\u00e4ndig. Die St\u00e4rkung des Standorts steht immer im Vordergrund. Das ist auch wichtig den Gr\u00fcndungsteams gegen\u00fcber zu kommunizieren, dass sie sich, anders als bei klassischen Corporate-Inkubatoren, mit einem Einzug in die Life Science Factory nicht in die Abh\u00e4ngigkeit eines Unternehmens begeben.<\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-swiper padding-top-4 padding-bottom-4\">\n\n  <div class=\"row halign-center padding-top-4 padding-bottom-4\" data-aos=\"fade-up\">\n\n    <div class=\"col col-9 col-11-lg col-12-md\">\n\n      <div class=\"swiper-container swiper-container-default\" data-aos=\"fade-up\">\n        <div class=\"swiper-wrapper\">\n\n                                     <div class=\"swiper-slide swiper-lazy\" data-background=\"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2021.08.03-Life-Science-Factory-Gespra\u2560echsrunde-136-1-1600x1067.jpg\" data-caption=\"\"><\/div>\n                      \n        <\/div><!-- .swiper-wrapper -->\n\n        <div class=\"swiper-meta\">\n          <div class=\"swiper-pagination\"><\/div>\n          <div class=\"swiper-caption\"><\/div>\n        <\/div><!-- .swiper-meta -->\n\n        <div class=\"swiper-button-next\"><\/div>\n        <div class=\"swiper-button-prev\"><\/div>\n\n      <\/div><!-- .swiper-container -->\n\n    <\/div><!-- .col -->\n\n  <\/div><!-- .row -->\n\n<\/div><!-- .module-swiper -->\n\n\n\n<div class=\"section section-bg-white module-text  padding-top-0 padding-bottom-0\">\n\n\n  \n\n      <div class=\"row halign-center\" data-aos=\"fade-up\">\n\n      <div class=\"col col-7 col-9-md col-12-sm\">\n        \n        <p><strong>Fuchs<\/strong>: Wir brauchen Investoren in der Biotechnologie, die langfristig investieren k\u00f6nnen und wollen und im Idealfall nicht nur auf den schnellen Return of Investment schauen. Daher ist das langfristig angelegte Engagement von Sartorius, um den Standort und die Branche voranzubringen, hervorragend.<\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Aus meiner Erfahrung haben wir mit Sartorius ein Unternehmen gefunden, welches nicht nur finanzielle Unterst\u00fctzung gibt, sondern auch technologisch unterst\u00fctzt. So entsteht eine langfristige Basis, von der wir profitieren k\u00f6nnen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Evotec auf der analytischen Seite.<\/p>\n<p><strong>Wo sieht sich KWS an dieser Stelle? Wie regional denkt so ein Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wiegelmann<\/strong>: Die Welt des Saatguts ist global. Nat\u00fcrlich gibt es einige Zentren, aber es ist vor allem, bei aller Wirtschaftlichkeit, auch eine ideelle Komponente. KWS st\u00e4rkt neben seiner Rolle als bedeutender Arbeitgeber durch diverse Beitr\u00e4ge \u2013 von der Lehrstuhl- bis zur Kulturfinanzierung \u2013 die regionale Attraktivit\u00e4t. Auf der technologischen Ebene ist uns der Proof of Concept wichtig. Wir ziehen uns Start-ups heran und nehmen eine Evaluierung der Technologie vor. Wir schlie\u00dfen auch Lizenzvertr\u00e4ge ab oder organisieren ein Mentoring. Mit unserem Beteiligungskapital investieren wir in Seed- bis Series-A-Finanzierungen. Hier am Standort G\u00f6ttingen sehen wir uns durch die Unterst\u00fctzung der Life Science Valley Initiative vor allem als Enabler.<\/p>\n<p><strong>Wie biotechaffin ist die NBank? Welches Gewicht haben die Life Sciences in Ihrem Portfolio?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albrecht<\/strong>: Wir sind branchenoffen. Es gibt keine Unterteilung in unseren Fonds, nach denen wir bestimmte Summen in einzelne Branchen investieren m\u00fcssen. Gegenw\u00e4rtig haben wir rund 100 Mio. EUR in Management. Seitens der nieders\u00e4chsischen Politik steht sicher die Transformation der Automobilindustrie an vorderster Stelle. Hier mag es k\u00fcnftig einen gewissen Fokus geben. Als NBank sind wir kein Investor, der ein Biotechunternehmen langfristig in der Wachstumsphase unterst\u00fctzen kann, sondern eher in der fr\u00fchen Phase. Auch in der fr\u00fchen Phase investieren wir gerne gemeinsam mit anderen Investoren.<\/p>\n<p><strong>Muss sich das Zusammenspiel der einzelnen Player am Standort erst noch etablieren?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kempa<\/strong>: Ein Erfolgsfaktor ist nat\u00fcrlich der Zugang zu Kapital. Auch wenn wir am Standort G\u00f6ttingen einige gute Gr\u00fcnderteams etablieren k\u00f6nnen, wird es seine Zeit dauern, bis der Standort auf dem Zielradar der Investoren fest installiert ist. Die erste Frage besch\u00e4ftigt sich mit der Anschubfinanzierung, etwa durch den HTGF. Wie schafft man es weiterhin, eine hohe Dichte an Teams zu installieren, die auch andere Gr\u00fcnder von au\u00dferhalb anziehen wird? Das Wichtigste ist, dass sich G\u00f6ttingen mit einem klaren wissenschaftlichen Fokus neben anderen Standorten wie M\u00fcnchen oder Heidelberg etablieren kann, um sich auch international f\u00fcr andere Wissenschaftler, Gr\u00fcnder und Teams interessant zu machen. Schlussendlich muss man aber leider sagen, dass das notwendige Kapital in Deutschland nicht vorhanden ist. Das gro\u00dfe Geld wird eben woanders verteilt.<\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass sich trotz aller Inputs kurzfristig der gro\u00dfe Erfolg einstellen wird. Man muss realistisch akzeptieren, dass es zehn bis 15 Jahre dauern kann, bis die ersten Erfolgsgeschichten geschrieben werden. So wird es einfach Zeit brauchen, bis sich der Humus ansetzen wird, der dieses \u00d6kosystem tr\u00e4gt. Der Faktor Zeit wird untersch\u00e4tzt, vor allem vonseiten der Politik, die das Geld einsetzt und damit einen schnellen Erfolg erzielen will. Gleichzeitig bestehen aber hohe B\u00fcrokratieh\u00fcrden, die das ganze System extrem verlangsamen. Letztlich muss auch den politischen Entscheidern klar sein: Ja, es k\u00f6nnen auch 30 Mio. EUR an Steuergeldern verloren gehen, wenn ein Projekt scheitert \u2013 aber wenn wir es nicht versuchen, haben wir auch verloren. Mich stimmt nachdenklich, dass die Agentur f\u00fcr Sprunginnovation mit einem Budget von 1 Mrd. EUR ausgestattet ist \u2013 f\u00fcr zehn Jahre. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt hat ein j\u00e4hrliches Budget von 360 Mrd. EUR. Das bedeutet, wir sind eine Nachkommastelle im Gesamtetat. Wenn man es sich nicht leisten kann, mit einem so vergleichsweise geringen Betrag experimentell umgehen zu k\u00f6nnen, wei\u00df ich auch nicht weiter.<\/p>\n<p><strong>Brauchen Start-ups aus Sicht der Investoren vielleicht einen T\u00fcr\u00f6ffner, der das Zusammenspiel zwischen Unternehmen und Geldgebern unterst\u00fctzt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albrecht<\/strong>: Es ist nat\u00fcrlich immer ein Vorteil, wenn Start-ups \u00fcber eine Empfehlung an uns herantreten, sei es \u00fcber erfahrene Gr\u00fcnder und Unternehmer oder \u00fcber etablierte Netzwerke. Es ist wichtig, solche Netzwerke zu unterhalten und weiter voranzutreiben, auch zwischen den Investoren. Erfolgsgeschichten entstehen h\u00e4ufig \u00fcber pers\u00f6nliche Kontakte. Da wir keinen bestimmten Branchenfokus haben, unterhalten wir selbst kein aktives Screening oder besch\u00e4ftigen spezielle Analysten f\u00fcr die Branchen, in die wir investieren. Hier holen wir uns bei Bedarf externe Expertisen ein.<\/p>\n<p><strong>Was sind gute Empfehlungen, um ein Gr\u00fcnderzentrum wie die Life Science Factory m\u00f6glichst schnell zu f\u00fcllen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Die Wissenschaft in G\u00f6ttingen ist exzellent. Auch ein ICE-Anschluss, so profan es klingt, ist sehr wichtig. F\u00fcr uns als ganz junges Start-up bietet die Life Science Factory den gro\u00dfen Vorteil, dass sie ihren Mietern sehr viel bietet f\u00fcr \u00fcberschaubares Geld. Das f\u00e4ngt schon bei einem einfachen Support wie der Sp\u00fclk\u00fcche an. Sehr gut ist auch die enge Verzahnung mit den anderen Firmen. Das ist gerade in der Anfangsphase eines Unternehmens ein wichtiger Faktor, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen. Wichtig ist aber nicht, das Gr\u00fcnderzentrum schnell zu f\u00fcllen, sondern die besten Start-ups anzuziehen und \u201eauszubr\u00fcten\u201c.<\/p>\n<p><strong>Wiegelmann<\/strong>: Der wichtigste Faktor ist, dass man Gr\u00fcnder und Gr\u00fcndungswillige an die Hand nimmt und ihnen das berechtigte Gef\u00fchl gibt, dass alle wichtigen Parameter, die um sie herum existieren, gemeinsam mit ihnen abgedeckt sind, sei es das Finanzamt oder die Technologietransferstelle. So kann sich der Gr\u00fcnder zun\u00e4chst auf die Entwicklung und Vermarktung seiner Innovation konzentrieren und nicht auf das, was um ihn herum passiert.<\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Aus meiner Sicht besteht auch keine Notwendigkeit, sich in Inkubatoren ausgiebig mit dem Thema Technologietransfer zu besch\u00e4ftigen. Diese Unterst\u00fctzung kann man sich in der Regel schon an den Hochschulen oder im Rahmen des EXIST-Programms einholen. Dar\u00fcber hinaus sollte der Inkubator Plattformen bieten, die besten Partner f\u00fcr den Technologietransfer zu finden \u2013 sei es durch Kontaktlisten, durch Vermittlung, durch Matchings oder durch Netzwerkveranstaltungen. Sobald ein Gr\u00fcnderteam in den Inkubator geht, muss es schnell nach vorne agieren.<\/p>\n<p><strong>Herrscht in der G\u00f6ttinger Wissenschaftswelt gen\u00fcgend Aufbruchstimmung, um eine Idee in die Kommerzialisierung zu bringen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Aus meiner Sicht gibt es im Moment noch zu wenig Raum zum Ausprobieren. Beispielsweise sind EXIST-F\u00f6rdergelder in der Universit\u00e4tsmedizin stark unterrepr\u00e4sentiert. Dort z\u00e4hlen Publikationen oder Drittmittel wie z.B. Sonderforschungsbereiche immer noch mehr. Hier versuchen wir gerade, ein neues Bewusstsein zu schaffen. Inzwischen haben wir einige Projekte auf den Weg gebracht. Letztlich braucht es Erfolgsgeschichten. Das Ausprobieren muss aber schon an den Universit\u00e4ten und Kliniken stattfinden, die daf\u00fcr den n\u00f6tigen Freiraum ben\u00f6tigen. Ein Inkubator wie die Life Science Factory ist kein Ort zum Ausprobieren. Leider sind wir mit einer zu kurz gedachten Politik konfrontiert, wenn beispielsweise das nieders\u00e4chsische Wirtschaftsministerium 25 Mio. EUR f\u00fcr einen Hightech-Inkubator-Wettbewerb zur Verf\u00fcgung stellt mit der Auflage, dieses Geld bis Ende n\u00e4chsten Jahres auszugeben. Besser w\u00e4re es gewesen, dieses Geld ohne Frist zur Verf\u00fcgung zu stellen. Es braucht auch ein flexibles System, dass etwa Professoren zu 90% in ihr Unternehmen gehen und nur zu 10% in die Universit\u00e4t. Als Stiftungsuniversit\u00e4t ist G\u00f6ttingen im Vergleich zu staatlichen Universit\u00e4ten sicher im Vorteil, aber generell hat unser System diese Flexibilit\u00e4t noch nicht.<\/p>\n<p><strong>Ist ein Gr\u00fcnderzentrum sinnvoll, wenn man den Raum zum Ausbrechen nicht hat?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Reimer<\/strong>: Man muss unterscheiden. Es gibt das Gr\u00fcndungszentrum als Ort und Infrastruktur, wo Teams mit Experten vernetzt werden, was insgesamt sehr hochqualitativ angelegt ist. An diesem Ort werden konkrete Ziele verfolgt und man muss daher m\u00f6glichst schnell agieren. Daneben gibt es die Programmatik, wo aus meiner Sicht durchaus der Raum besteht, sich auszuprobieren, und wo Wissenschaftler an das Thema \u201eGr\u00fcndung\u201c herangef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Im Rahmen eines solchen Hackathons oder Peer-to-Peer-Programms k\u00f6nnen Wissenschaftler mit Vorbildern zusammenkommen, die bereits erfolgreich gegr\u00fcndet haben. So entsteht ein \u00d6kosystem, in dem Gr\u00fcndungen langfristig wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Kempa<\/strong>: Es gibt in G\u00f6ttingen noch N\u00e4hrboden, den man noch n\u00e4hren darf. Gerade im Rahmen von Peer to Peer ist es f\u00fcr eine Gr\u00fcndung erw\u00e4gende Forscher viel sinnvoller, sich mit anderen Forschern zu unterhalten, die bereits gegr\u00fcndet haben, als mit einem Uniberater aus dem EXIST-Programm. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Wissenschaft. Und da ist es auch unsere Aufgabe, Teams in Hinsicht auf deren Designs zu validieren. Wir k\u00f6nnen nicht darauf warten, dass fertige Teams zu uns kommen, um validiert zu werden \u2013 wir m\u00fcssen selbst suchen, Gruppen zusammensetzen und auch die Beziehung zu Investoren herstellen. Die passenden Partner auf demselben Niveau m\u00fcssen nicht immer aus demselben \u00d6kosystem kommen. Dieses Konzept versuchen wir nun in G\u00f6ttingen umzusetzen. Es ist sehr viel kollaborative Arbeit. Unternehmen und Politik sind involviert und es ist ein stetiges Lernen. Dabei schauen wir auch auf andere \u00d6kosysteme, auch international. Beispielsweise spielen ab einer gewissen Finanzierungsgr\u00f6\u00dfe zunehmend auch Investoren aus dem asiatischen Raum eine wichtige Rolle. Fakt ist: Es gibt kein Patentrezept f\u00fcr die Installation eines erfolgreichen Start-up-\u00d6kosystems. Es ist nicht so, dass nur ein bestimmter Schalter umzulegen ist und dann alles andere automatisch funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Die F\u00e4higkeiten des Techtransfers in Deutschland werden immer wieder diskutiert. Ist er in G\u00f6ttingen ausreichend aufgestellt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Das Beispiel G\u00f6ttingen hat ja gezeigt, dass es kontraproduktiv ist, zu viele Zust\u00e4ndigkeiten auf zu viele Stellen zu verteilen, von denen jede einzelne ein eigenes Interesse verfolgt. Mit dem Life Science Valley wollen wir diese Zust\u00e4ndigkeiten nun b\u00fcndeln. Wir m\u00fcssen verhindern, dass eine \u201eTechnologietransfer GmbH\u201c entsteht, die zum Ziel hat, sich durch hohe Lizenzgeb\u00fchren zu finanzieren. Im Gegenteil: Wir m\u00fcssen ein niederschwelliges Angebot f\u00fcr Wissenschaftler schaffen, denn hohe Lizenzgeb\u00fchren verhindern h\u00e4ufig den notwendigen n\u00e4chsten Schritt. Das Life Science Valley soll eine gemeinsame Richtung vorgeben.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrt der HTGF ein eigenes Screening durch, um Gr\u00fcndungswillige und Gr\u00fcnder rechtzeitig zu identifizieren?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vlachou<\/strong>: Der High-Tech Gr\u00fcnderfonds hat inzwischen ein gutes Standing, sodass viele Gr\u00fcnder und Gr\u00fcndungswillige auch proaktiv auf uns zukommen. Aber das sind nat\u00fcrlich die Fr\u00fcchte der vorherigen Arbeit. Wir sind sehr nahe dran an und stehen im regelm\u00e4\u00dfigen Austausch mit Forschungsinstituten, Gr\u00fcndungszentren, Translationsstellen und Gr\u00fcndungswilligen. Wir betreiben Active Sourcing. Auch bieten wir Gr\u00fcndern und Gr\u00fcndungswilligen mit Veranstaltungen und Workshops die M\u00f6glichkeit, mit uns in den Austausch zu gehen, und Informationen zu einem breiten Themenspektrum rund um \u201eGr\u00fcnden\u201c und \u201eFinanzierung\u201c. Nat\u00fcrlich sind unsere Partner vor Ort auch wichtig f\u00fcr unsere Arbeit. Es ist wichtig, dass die Translation einfach, reibungslos und strukturiert erfolgt \u2013 denn das Erfundene muss in die Anwendbarkeit und Kommerzialisierung \u00fcberf\u00fchrt werden. Auch das braucht seine Zeit, weswegen Patente eine Laufzeit von 20 Jahren haben.<\/p>\n<p><strong>Trotzdem m\u00f6chte ich fragen: Warum gibt es nicht die Patentl\u00f6sung f\u00fcr erfolgreiche Biotechgr\u00fcndungen und die Kommerzialisierung von wissenschaftlichen Ideen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Weil diese Projekte im Idealfall disruptiv sind. F\u00fcr hochinnovative, disruptive Projekte gibt es keine Standardl\u00f6sung. Herausragende Projekte m\u00fcssen ihren eigenen Weg finden, und der ist manchmal extrem schwer.<\/p>\n<p><strong>Kempa<\/strong>: Ebenfalls schwer ist es, an deutschen Universit\u00e4ten Patente herauszuverhandeln. Gegen\u00fcber den Hochschulen haben Start-ups kaum Argumente. Das ist einer meiner gr\u00f6\u00dften W\u00fcnsche, dass man hier eine Standardl\u00f6sung schafft, die man auf einer Seite zusammenschreiben kann. Wenn gewisse Dinge nicht geregelt sind, ist es einfach schwierig, Partner oder Investoren zu &shy;finden.<\/p>\n<p><strong>Vlachou<\/strong>: Gr\u00fcnderfreundliche Strukturen sind wichtig. Es sollte verhindert werden, dass eine Hochschule beispielsweise j\u00e4hrliche Lizenzgeb\u00fchren verlangt oder R\u00fcckfl\u00fcsse aus Finanzierungsrunden. Das funktioniert leider nicht, denn ein Investor finanziert immer nach vorne.<\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: Ich glaube, ein Grund f\u00fcr diese Misere liegt darin, dass Technologietransfer in Deutschland unter der Pr\u00e4misse installiert wurde, dass Universit\u00e4ten oder Forschungseinrichtungen damit Geld verdienen k\u00f6nnen. Stattdessen muss sich der Gedanke durchsetzen, dass mit \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter &shy;Forschung ein gesellschaftlicher Mehrwert erzielt werden sollte. Das muss nicht immer kommerziell sein, das kann auch eine kulturelle oder soziale Innovation sein \u2013 aber es muss begriffen werden, dass diese Innovationen dazu beitragen, das Leben f\u00fcr Menschen, Tiere und den Planeten insgesamt besser zu machen.<\/p>\n<p><strong>Sind im Hinblick auf den Technologietransfer die falschen Erfolgskriterien definiert? Und wie m\u00fcssen diese richtigerweise lauten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wiegelmann<\/strong>: Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist, \u00fcber eine einzelne Legislaturperiode hinauszuschauen. Innovationen ben\u00f6tigen Eigenkapital, welches sich nicht in Legislaturperioden messen l\u00e4sst, sondern einfach mitl\u00e4uft, um zu einem wirtschaftlich sinnvollen Zeitpunkt realisiert zu werden. Zugleich sollen die damit verbundenen Gesellschafterrechte nicht zu administrativen Blockaden und entsprechend ausgelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Universit\u00e4ten haben sich Transferstellen als GmbHs, also als professionelles Werkzeug, dazu geholt \u2013 verkomplizieren es diese Strukturen nicht automatisch?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Diese Technologietransferstellen sind ein Produkt des WIPANO-Programms des Bundeswirtschaftsministeriums. Damit sollten Patentfreigaben f\u00fcr die Universit\u00e4ten zu einem lukrativen Gesch\u00e4ft werden. Die Umstrukturierungen, die wir derzeit vornehmen, sollen Patentfreigaben und Ausgr\u00fcndungen einerseits vereinfachen; andererseits k\u00f6nnen die Transferstellen und damit die Hochschulen dadurch nat\u00fcrlich auch weniger Einnahmen erzielen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Intention, durch Patentfreigaben Einnahmen zu erzielen, nicht auf dem Boden der Universit\u00e4ten gewachsen ist, sondern von der Politik vorausgesetzt wird. Hier werden Patentfreigaben als Ersatzfinanzierungen f\u00fcr die Hochschulen gesehen. Aber das ist der falsche Ansatz.<\/p>\n<p><strong>Verglichen mit anderen etablierten Start-up-\u00d6kosystemen: Wohin k\u00f6nnte sich G\u00f6ttingen orientieren, um ein erfolgreiches \u00d6kosystem zu werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fuchs<\/strong>: Heidelberg verfolgt einen spannenden Ansatz mit seiner \u00d6ffnung in Richtung der USA. Auch der German Accelerator kann hier als Vorbild dienen.<\/p>\n<p><strong>Kempa<\/strong>: Ein klassisches Beispiel f\u00fcr mich ist LabCentral in Boston, weil die Einrichtung \u00fcber einen eigenen Fonds verf\u00fcgt \u2013 und Kapital ben\u00f6tigen Start-ups nun einmal definitiv.<\/p>\n<p><strong>Br\u00fcck<\/strong>: Der Brightlands Maastricht Health Campus, mit dem wir einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben, hat uns sehr beeindruckt. Hier haben Start-ups einen zentralen Ansprechpartner f\u00fcr alle Komponenten des Gr\u00fcndungsprozesses. Hier hat auch die Region Limburg einen gro\u00dfen Input geliefert. Etwas Vergleichbares hat die nieders\u00e4chsische Politik nicht geleistet.<\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Ich habe am Uniklinikum der Universit\u00e4t Amsterdam gearbeitet und war begeistert von der internationalen Kooperation, beispielsweise mit der Rockefeller University oder der Universit\u00e4t Singapur. Gleichzeitig wurden, neben der Forschungsarbeit, Gr\u00fcndungskonzepte verfolgt. Es gab stetige Wechsel zwischen den Forschungseinrichtungen und am Campus ans\u00e4ssigen Unternehmen, ein st\u00e4ndiges Kommen und Gehen.<\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: Vielleicht w\u00e4re generell eine Prise Anarchie ratsam. Es herrscht eine Denkweise vor, m\u00f6glichst regelkonform zu agieren. Aber Regeln haben zuweilen auch Spielr\u00e4ume. Man sollte sich die Zeit nehmen, diese Spielr\u00e4ume kreativ auszulegen. Ich glaube schon, dass es neben der Wissenschaft auch in der Administration Menschen gibt, die einen Standort G\u00f6ttingen international etablieren wollen. Diese Menschen muss man identifizieren und fragen: Kann man Regeln kreativ auslegen?<\/p>\n<p><strong>Wo steht der Life-Sciences-Standort G\u00f6ttingen in f\u00fcnf Jahren?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Diehl<\/strong>: Ich w\u00fcnsche mir, dass sich Vertreter aus der Gr\u00fcnderszene, aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung regelm\u00e4\u00dfig zusammensetzen und frei von Egos sinnvoll dar\u00fcber diskutieren, was es braucht, um Start-ups erfolgreich am Standort anzusiedeln. Ein regelm\u00e4\u00dfiger Dialog: Was brauchen Start-ups? Welche Ressourcen werden ben\u00f6tigt?<\/p>\n<p><strong>Gruber<\/strong>: Es ist wichtig, dass wir die Gr\u00fcndung von Start-ups in G\u00f6ttingen unterst\u00fctzen. In f\u00fcnf Jahren wird es dann ebenso wichtig sein, die Grown-ups in G\u00f6ttingen zu halten. Es ist w\u00fcnschenswert, dass der Standort irgendwann so attraktiv ist, dass Start-ups nicht weiterziehen m\u00fcssen nach M\u00fcnchen, Amsterdam oder Boston.<\/p>\n<p><strong>Meine Damen, meine Herren, wir danken Ihnen f\u00fcr diese anregende &shy;Diskussion.<\/strong><\/p>\n<p><em>Der Roundtable wurde moderiert von Dr. Georg K\u00e4\u00e4b und Holger Garbs.<\/em><\/p>\n\n\n        \n\n        \n      <\/div><!-- .col -->\n\n    <\/div><!-- .row -->\n  \n<\/div><!-- .module-text -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Plattform Life Sciences lud zum Roundtable \u201eBiotechnologie 2021\u201c in die Life Science Factory nach G\u00f6ttingen ein.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":5946,"template":"","press-category":[5,6,29,27],"class_list":["post-5861","press","type-press","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","press-category-life-science","press-category-entrepreneurship","press-category-angebot","press-category-interview"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press\/5861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"press-category","embeddable":true,"href":"https:\/\/preview.lifescience-factory.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/press-category?post=5861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}